“Berliner Abendblatt”, Juni 2010
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Berlin. Ab 30. August gibt es bei Campus Berufsbildung e.V. am Standort Friedrichstraße neue Bildungsangebote. Wir sprachen mit Professor Dr. Eberhard Meumann, Pädagogischer Direktor des Campus Berufsbildung e.V.
Wir berichteten vor drei Jahren über die von Ihnen begründeten staatlich anerkannten Berufsfachschulen für kaufmännische und technische Assistenten. Wie haben sich die Berufsfachschulen seitdem verändert?
Professor Meumann: Es gibt eine Reihe außerordentlich positiver Entwicklungen. Die Zahl der Schüler ist auf 250 gestiegen und es gibt mehr Klassen. Wir beschäftigen heute mehr als 25 hoch qualifizierte Lehrkräfte mit Unterrichtsgenehmigungen für die Sekundarstufe II. Vor allem aber sind die qualitativen Innovationen hervorzuheben: Deutlich erhöht haben wir die Anteile PC-gestützter Ausbildung. Dank der Kooperation mit der Technischen Universität Magdeburg ist es uns möglich, SAP-Module in allen Fachrichtungen anzubieten. Das erhöht, ebenso wie die gewachsene Sprachkompetenz in Englisch, Spanisch und Französisch, die Chancen unserer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt erheblich.
Haben Sie dafür denn Belege?
Natürlich. Wenn etwa 70 Prozent unserer Absolventen unmittelbar nach der Ausbildung in der Wirtschaft Fuß fassen und darüber hinaus knapp 20 Prozent ein Studium aufnehmen, dann ist das zweifelsfrei das Ergebnis der pädagogischen Arbeit des ganzen Kollegiums, woran der Fachbereich Betriebswirtschaft besonderen Anteil hat - und die hervorragende technische Ausstattung unserer Schulen.
Welche Besonderheiten hat die Ausstattung denn?
Wir verfügen über 160 fabrikneue PC-Systeme und modernste Standard- und Branchensoftware. Alle Klassenräume sind mit leistungsstarken Beamern ausgestattet, Video-Anlagen ermöglichen die Visualisierung von Unterrichtsgegenständen, das gesamte Mobiliar unserer Schulen ist fabrikneu. Kurzum: Unsere Schulen bieten eine Lernumgebung, in der sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen, in der ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern herrscht.
Gibt es eigentlich auch außerschulische Aktivitäten?
Selbstverständlich. Dank der Initiative unserer Sportlehrer finden regelmäßig beliebte Turniere im Fußball, Beach-Volleyball und Bowling statt. Zu erwähnen sind die jährlichen Exkursionen in den Spreewald oder zu Kulturstätten in Berlin. Großen Anklang findet auch der von den Schülern organisierte Campus-Herbstball, an dem mit den Schülern alle Lehrkräfte und auch viele Absolventen teilnehmen.
Was hat Sie bewogen, angesichts dieser Erfolgsgeschichte der Berufsfachschulen in der Friedrichstraße auch ein berufliches Gymnasium zu gründen?
In Berlin gibt es mehr Bewerber für gymnasiale Bildung als Schulplätze. Wir als privater Bildungsanbieter verfügen über alle notwendigen Potenzen, unseren Beitrag zum Bildungsfortschritt zu leisten. Deshalb nutzen wir die Möglichkeiten, die uns das novellierte Berliner Schulgesetz bietet, und richten mit staatlicher Genehmigung ein privates berufliches Gymnasium in der dreijährigen Form ein. So bieten wir jungen Menschen hervorragende Chancen, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen.
Welche Fächer werden hier angeboten?
Es besteht ein breites Angebot an allgemein- und berufsbildenden Fächern: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Mathematik, Geschichte, Politikwissenschaft, Geographie, Wirtschaftswissenschaft, Rechnungswesen, Recht, Informatik, Chemie, Physik, Sport.
Haben Sie eigentlich besondere Erwartungen an die Schüler des beruflichen Gymnasiums?
Schülerinnen und Schüler sollen zentrale Zusammenhänge grundlegender Wissensbereiche durchdringen, die Funktion und Bedeutung vielseitiger Erfahrungen erkennen und dabei lernen, vorhandene sowie neu erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten miteinander zu verknüpfen. Wir wollen lebenslanges Lernen anbahnen und die Grundlage für motiviertes, durch Neugier und Interesse geprägtes Handeln ermöglichen. Fehler und Umwege sehen wir als bedeutsame Bestandteile von Erfahrungs- und Lernprozessen an. Neben der Auseinandersetzung mit dem Neuen sind Phasen des Anwendens, des Übens, des Systematisierens sowie des Vertiefens und Festigens für erfolgreiches Lernen von großer Bedeutung. Kurzum: Uns geht es um die Ausprägung einer auf selbstständiges Handeln zielenden Lernkultur.
Und welche Voraussetzungen sollten die künftigen Abiturienten mitbringen?
Die Zugangsvoraussetzungen für die Aufnahme in die Einführungsphase (Klasse 11) sind in der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe geregelt. Mit der Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe erwarten wir aber auch hohe Motivation und Leistungsbereitschaft. Das sind die entscheidenden Voraussetzungen zum Erreichen der anspruchsvollen Ziele in Vorbereitung auf die Abiturprüfungen.
Gibt es noch freie Plätze zum neuen Schuljahr an den Berufsfachschulen und am beruflichen Gymnasium?
Noch gibt es freie Plätze, in den einzelnen Fachrichtungen allerdings in unterschiedlicher Zahl. Interessenten sollten sich beeilen, da die Klassenstärke auf jeweils 24 Schülerinnen und Schüler begrenzt ist.
An wen sind die Bewerbungen zu richten?
Der Einfachheit halber an eine Adresse: Campus Berufsbildung e.V., Frau Daniela Häusler, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin.
Telefon: 25 93 18 77, Fax: 25 93 18 79;
E-Mail: bgym@campus-bb.de oder kbfs@campus-bb.de oder tbfs@campus-bb.de
Weitere Informationen unter www.campus-bb.de.
Das Gespräch führte P. Michael




