"Berliner Morgenpost" vom 18.03.2007
Zeitgerechte Ausrichtung ist Trumpf - Erfolg wird an privaten Berufsschulen in Übernahmequoten gemessen
Von Manuela Blisse
"Der Erfolg unserer Absolventen ist auch unser Erfolg", meint Sandra Dobratz. Was die Vize-Schulleiterin über die Oberbarnimschule in Eberswalde sagt, eine berufsbildende Privatschule vor allem für Tourismusfachleute, gilt wohl für alle privaten Berufs‑ und Berufsfachschulen in der Region. "Über 70 Prozent unserer Schüler des letzten Ausbildungsjahres sind direkt übernommen worden", weiß auch Professor Eberhard Meumann vom Campus Berufsbildung e.V. in Kreuzberg, die nach einem deutschlandweit einzigartigen modularen System arbeitet.
Private Berufs‑ und Berufsfachschulen sind im Aufwärtstrend. "Eltern wie Schüler schätzen die kleinen Klassen, die individuelle Atmosphäre und den großen Kontakt zur Praxis", begründet Irene Gerard, Leiterin Berufsbildung von der Freien Berufsschule für Touristik in Schöneberg.
Private Berufsausbildung kostet Geld, egal ob auf der Berufsschule, wo in der Regel vier Tage im Betrieb und ein Tag auf der Schulbank gelernt wird, oder in der Berufsfachschule mit ihrem gänzlich schulischen Unterricht samt Praktikum. Das Leistungsspektrum aber ist entsprechend. "Wir vermitteln auch den Ausbildungsplatz im Betrieb und Praktika", sagt Gerard. Ersteres ist nicht die Regel, andere Einrichtungen setzen auf das Engagement ihrer künftigen Eleven, die Voraussetzungen aber sind bei allen ähnlich. "Interessenten müssen sich vorher klar werden, was sie wirklich beruflich wollen", so Gerard, "das sind dann auch diejenigen, die die Ausbildung am erfolgreichsten abschließen."
Dass das Gros der Schüler direkt von der Ausbildung auf den Arbeitsmarkt übernommen wird, liegt auch an der zeitgemäßen Ausrichtung der Schulen. Die Oberbarnimschule etwa vermittelt Auslandsaufenthalte u. a. in Kanada und Schottland, bei der Campus Berufsbildung gibt es eine eigene Werkstatt für technische Assistenten. Auch ganz neue Berufe werden geschaffen, so plant die Freie Berufsschule für Tourismus, in Hinblick auf den künftigen Hauptstadtgroßflughafen, ab Herbst die Ausbildung zum Servicekaufmann Luftverkehr.
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