Lernen setzt Aktivität voraus
Unser didaktisches Konzept geht von der gesicherten Erkenntnis und vielfach bestätigten Erfahrung aus, dass Lernen Aktivität voraus setzt, sich auf der Grundlage äußerer Reize, die verinnerlicht werden und entsprechende Verhaltensweisen auslösen, vollzieht.
In der Geschichte des pädagogischen Denkens und Handelns haben sich Faustregeln bewährt, die von „Schulmeistern“ entwickelt worden sind und auch heute ihre Wirkung nicht verfehlen. Als solche sind vor allem zu nennen und werden in unserem Konzept praktiziert:
- vom Einfachen zum Zusammengesetzten
- vom Leichten zum Schweren
- vom Allgemeinen zum Speziellen
- vom Konkreten zum Abstrakten
- vom Nahen zum Entfernten
Besonderen Wert misst unser Konzept didaktischen Prinzipien bei, deren Anwendung die Erfolgssicherung wesentlich stimulieren:
Prinzip der Fasslichkeit
Dieses Prinzip berücksichtigt Lernschwierigkeiten der Aus‑/Fortzubildenden, wenn erforderliche Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten fehlen. Besonders zu Beginn neuer Themen werden Umfang und Schwierigkeit des Stoffes so beschränkt, dass Motivation entwickelt wird und nicht verloren geht. Die o.g. Faustregeln können helfen, das Prinzip der Fasslichkeit zu realisieren.
Bei der Heterogenität der Gruppen in Umschulung und Fortbildung ist der leider häufig entäußerte Hinweis, dass alles, worauf aufgebaut werden soll, bekannt sein müsste – evtl. auch aus vorherigen Modulen – fehl am Platze. Es handelt sich dabei lediglich um eine Aussage zu Lasten vorheriger Bildung, die eher frustriert als motiviert.
Prinzip der Anschauung
Bekanntlich bildet Anschauung das Fundament der Erkenntnis. (Pestalozzi) Weil die Vermittlung konkreter Vorstellungen für den Erkenntnisprozess so bedeutsam ist, werden bereits in der Vorbereitung der Lehrveranstaltungen Möglichkeiten gefunden, Anschauungsobjekte – seien es Formulare, Listen, Teile von Hardware etc. – in den Unterricht einzubeziehen.
Prinzip der Praxisnähe
Theoretische Ausbildung und Computertraining sollten stets mit Blick auf die Situation in der Wirtschaft durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang kommt der Verzahnung von z.B. Software-Anwendungen und kaufmännischen Grundlagen besondere Bedeutung zu, um die Praxisrelevanz des jeweiligen Gebietes herauszuheben.
Prinzip der selbständigen Arbeit
Die Wirtschaft benötigt selbständig arbeitende, verantwortungsbewusst und zielstrebig handelnde Mitarbeiter. Zur selbständigen Arbeit ist durch pädagogische Führung zu befähigen. Das Verhältnis von pädagogischer Führung und Selbsttätigkeit bewegt das pädagogische Denken und Handeln seit vielen Generationen. Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg, der bedeutende Schulpolitiker, Pädagoge und Lehrerbildner in der Mitte des 19. Jahrhunderts, charakterisierte Selbsttätigkeit als das eigentlich Menschliche am Menschen. „Mensch sein heißt: selbsttätig sein nach vernünftigen Zwecken.“. (Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg. Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer und andere didaktische Schriften. Hrsg. und eingeleitet von Franz Hofmann. Berlin 1962, S. 63.) In einem solchen Sinne ist pädagogische Führung, die in institutionalisierten Bildungsprozessen unverzichtbar ist, auf die Ausprägung derartiger Qualitätsmerkmale der Auszubildenden gerichtet wie Aktivität, Bewusstheit, Selbständigkeit und Kreativität. Ohne Zweifel gewinnen diese Persönlichkeitsqualitäten aus der Sicht des rasanten Tempos wissenschaftlich‑ technischer Entwicklung der Informationsgesellschaft weiter an Bedeutung.
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