4. August 2026

Betreuungsassistenz: Warum der Beruf heute gefragter ist denn je

Die Zahl älterer Menschen steigt kontinuierlich, während gleichzeitig qualifizierte Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegebereich fehlen. In diesem Umfeld gewinnt die Betreuungsassistenz zunehmend an Bedeutung. Wer Menschen im Alltag unterstützen, soziale Teilhabe fördern und gleichzeitig einen sicheren Arbeitsplatz mit Zukunftsperspektive sucht, findet in der Weiterbildung zur Betreuungsassistenz einen vielversprechenden Einstieg in einen gesellschaftlich wichtigen Beruf.

Ein Beruf, der Menschen Lebensqualität schenkt

Betreuungsassistentinnen und Betreuungsassistenten begleiten pflegebedürftige Menschen, insbesondere Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Demenz, in ihrem Alltag. Sie gestalten Beschäftigungsangebote, fördern soziale Kontakte und tragen dazu bei, Isolation zu vermeiden. Dabei ersetzen sie keine Pflegefachkräfte, sondern ergänzen deren Arbeit durch aktivierende und individuelle Betreuung.

Gerade in einer alternden Gesellschaft wächst die Bedeutung dieser Tätigkeit stetig. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sind Betreuungsassistenten wichtige Bezugspersonen, die Zeit für Gespräche, Spaziergänge, gemeinsame Aktivitäten oder kreative Angebote haben.

Der Arbeitsmarkt: Hohe Nachfrage in Berlin und Brandenburg

Ein Blick auf die aktuellen Stellenangebote zeigt deutlich: Der Bedarf an qualifizierten Betreuungsassistentinnen und Betreuungsassistenten ist hoch.
Allein in Berlin finden sich regelmäßig zahlreiche offene Stellen für Betreuungskräfte nach §§ 43b/53b SGB XI beziehungsweise Betreuungsassistenten.

Zu den Arbeitgebern gehören unter anderem:

  • stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Seniorenresidenzen
  • ambulante Pflegedienste
  • Tagespflegeeinrichtungen
  • Kurzzeitpflege
  • Demenz-Wohngemeinschaften
  • Betreutes Wohnen
  • Sozialstationen
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Hospize
  • soziale Träger und Wohlfahrtsverbände

Viele Arbeitgeber bieten sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitmodelle an und suchen gezielt auch Berufseinsteiger oder Quereinsteiger.

Warum der Bedarf weiter steigen wird

Mehrere Entwicklungen sprechen dafür, dass qualifizierte Betreuungsassistentinnen und Betreuungsassistenten in den kommenden Jahren noch stärker gefragt sein werden.

Der demografische Wandel erhöht den Unterstützungsbedarf

Deutschland altert zunehmend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren Ende 2023 bereits rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Gleichzeitig prognostiziert Destatis einen weiteren deutlichen Anstieg der Pflegebedürftigkeit in den kommenden Jahrzehnten. Damit wächst auch der Bedarf an Beschäftigten, die pflegebedürftige Menschen im Alltag begleiten und ihre soziale Teilhabe fördern. (1)

Mehr Menschen mit Demenz benötigen aktivierende Betreuung

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, an einer Demenzerkrankung zu leiden. Die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung geht davon aus, dass aufgrund der demografischen Entwicklung künftig deutlich mehr Menschen mit Demenz versorgt werden müssen. Neben der medizinischen Versorgung gewinnen deshalb psychosoziale Betreuung, Alltagsbegleitung und aktivierende Angebote zunehmend an Bedeutung – genau hier setzen Betreuungsassistentinnen und Betreuungsassistenten an.

Fachkräftemangel macht Betreuungskräfte unverzichtbar

Nicht nur die Zahl der Pflegebedürftigen steigt – gleichzeitig fehlen immer mehr Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegewesen. Die aktuelle Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes geht davon aus, dass der Bedarf an Pflegekräften bis 2049 um rund 33 % zunimmt. Besonders stark wächst der Personalbedarf in ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten sowie in stationären Pflege- und Behinderteneinrichtungen. (2)

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zählt Pflegeberufe seit Jahren zu den größten Engpassberufen in Deutschland. Der demografische Wandel und der Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand verschärfen den Personalmangel zusätzlich. Die Autoren betonen, dass ohne zusätzliche Fach- und Betreuungskräfte die Versorgung pflegebedürftiger Menschen zunehmend schwieriger wird. (3)

Für wen eignet sich die Weiterbildung?

Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die gerne mit Menschen arbeiten und eine sinnstiftende Tätigkeit suchen. Besonders geeignet ist sie für:

  • Arbeitsuchende, die einen beruflichen Neustart planen
  • Quereinsteiger aus anderen Branchen
  • Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer
  • Menschen mit sozialem Engagement
  • Personen mit Erfahrungen in der Betreuung von Angehörigen
  • Interessierte, die sich langfristig im Gesundheits- und Sozialwesen etablieren möchten

Vorkenntnisse in der Pflege sind nicht erforderlich. Viel wichtiger sind Einfühlungsvermögen, Geduld, Kommunikationsfähigkeit und Freude am Umgang mit Menschen.

Förderung durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter

Ein weiterer Vorteil: Die Weiterbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen vollständig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden.

Für Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen bedeutet das häufig:

  • vollständige Übernahme der Lehrgangskosten
  • mögliche Übernahme von Fahrtkosten
  • Unterstützung bei Kinderbetreuungskosten
  • gegebenenfalls weitere Förderleistungen während der Qualifizierung

Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch mit der zuständigen Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

Eine Weiterbildung mit gesellschaftlichem Mehrwert

Die Tätigkeit als Betreuungsassistent verbindet berufliche Sicherheit mit einer sinnvollen Aufgabe. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, unterstützt Menschen dabei, ihren Alltag aktiv zu gestalten, soziale Kontakte zu pflegen und Lebensfreude zu erhalten.

Angesichts des anhaltenden Fachkräftebedarfs bietet die Weiterbildung hervorragende Beschäftigungsperspektiven – insbesondere in Berlin und Brandenburg. Gleichzeitig eröffnet sie vielen Menschen den Einstieg in einen krisensicheren und zukunftsorientierten Beruf im Gesundheits- und Sozialwesen.

Wer einen Beruf sucht, bei dem Menschlichkeit, Verantwortung und Wertschätzung im Mittelpunkt stehen, findet in der Weiterbildung zur Betreuungsassistenz eine ausgezeichnete Grundlage für einen erfolgreichen Neustart.

Zum Angebot bei Campus Berlin

Weiterbildung Betreuungsassistent*in

Die Weiterbildung dauert 16 Wochen. Unterrichtszeiten Montag – Freitag 8:30 – 14:45 Uhr

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