22. Juli 2026

DGS-Sprachkurs in Berlin: Warum Deutsche Gebärdensprache am besten in Präsenz gelernt wird

Deutsche Gebärdensprache können Sie wie jede andere Sprache auf unterschiedlichen Wegen lernen. Wer DGS jedoch systematisch lernen und in echten Gesprächen sicher anwenden möchte, braucht mehr als digitale Übungen unterstützt durch Apps, Online-Wörterbücher und YouTube Videos.

Im DGS-Sprachkurs bei Campus Berlin lernen Sie Deutsche Gebärdensprache gemeinsam mit anderen Teilnehmenden im Präsenzunterricht. Sie üben Gebärden, Mimik, Körperhaltung und erste Dialoge direkt im Kurs und erhalten eine persönliche Rückmeldung.

Der Kurs richtet sich an Anfänger*innen sowie an pädagogische, soziale und weitere Fachkräfte, Angehörige und alle Interessierten, die Deutsche Gebärdensprache von Grund auf lernen möchten.

DGS in Präsenz lernen – mitten in Berlin

Deutsche Gebärdensprache ist eine visuell-räumliche Sprache. Nicht nur die Hände sind für die Verständigung wichtig. Auch Mimik, Blickrichtung, Körperhaltung und Bewegung tragen zur Bedeutung einer Aussage bei.

Diese Bestandteile lassen sich am besten im direkten Austausch lernen. Im Präsenzkurs sehen Sie die Gebärden aus unterschiedlichen Perspektiven, wenden sie gemeinsam mit anderen an und können unmittelbar nachfragen.

Das bietet Ihnen der Unterricht vor Ort:

  • persönliche Rückmeldung zu Ihren Gebärden,
  • gemeinsame Übungen und kurze Dialoge,
  • direkte Korrektur von Handform und Bewegung,
  • Übungen zu Mimik und Körperhaltung,
  • regelmäßige Anwendung in realistischen Situationen,
  • Austausch mit Lehrkräften und anderen Teilnehmenden.

So lernen Sie nicht nur einzelne Gebärden auswendig. Sie entwickeln Schritt für Schritt die Sicherheit, DGS in Gesprächen einzusetzen.

Nützliche digitale Tools im Überblick

Welche digitalen Tools den DGS-Kurs ergänzen können

Digitale Angebote sind besonders hilfreich, wenn sie gezielt zur Wiederholung des Präsenzunterrichts eingesetzt werden. Dabei erfüllen die einzelnen Plattformen unterschiedliche Aufgaben: Manche eignen sich vor allem zum Nachschlagen einzelner Gebärden, andere bieten zusätzliche Übungen oder strukturierte Lerninhalte.

Online-Gebärdenwörterbücher

SignDict ist ein kostenloses Online-Lexikon für Deutsche Gebärdensprache. Nutzer*innen können dort nach deutschen Begriffen suchen und sich die zugehörigen Gebärden in Videos ansehen. Das Angebot eignet sich deshalb vor allem, um eine im Unterricht behandelte Gebärde erneut nachzuschlagen. Es ist jedoch kein vollständiger Sprachkurs mit aufeinander aufbauenden Lektionen.

Auch die App Gebärden Lernen ist in erster Linie ein digitales Gebärdenwörterbuch. Sie basiert auf dem Wörterbuch der gleichnamigen Website und enthält selbst keine strukturierten Übungen. Weiterführende Inhalte zu Wortschatz, Grammatik und Alltagskommunikation finden sich auf der zugehörigen Website. Die App sollte daher den Online-Wörterbüchern und nicht den klassischen Lern-Apps zugeordnet werden.

SpreadTheSign ist ein internationales Gebärdensprachwörterbuch, das Gebärden und teilweise auch ganze Sätze aus zahlreichen nationalen Gebärdensprachen gegenüberstellt. Das Angebot kann hilfreich sein, wenn Unterschiede zwischen Gebärdensprachen betrachtet oder Gebärden aus verschiedenen Ländern gesucht werden. Beim Lernen von DGS muss jedoch immer darauf geachtet werden, dass „Deutsch (Deutschland)“ beziehungsweise die Deutsche Gebärdensprache ausgewählt ist. SpreadTheSign ist ebenfalls als App erhältlich.

Web-Anwendungen für Gebärden und Lernmaterialien

SIGNdigital ist keine klassische Smartphone-App, sondern eine kostenpflichtige Web-Anwendung, die über den Browser auf Computer, Tablet oder Smartphone genutzt wird. Sie bietet Gebärdenvideos und verschiedene Materialien, die unter anderem von Einzelpersonen, Familien und Einrichtungen eingesetzt werden können. Das Angebot eignet sich vor allem zum Nachschlagen, Wiederholen und zur Arbeit mit ergänzenden Lernmaterialien.

Grenzen digitaler Tools

Wichtig: Digitale Angebote können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Gebärdensprache lebt von echter Begegnung, Dialog, Mimik, Gestik und spontanen Reaktionen.

Apps und Videos geben keine direkte Rückmeldung dazu, ob eine Gebärde im richtigen Moment oder mit passender Mimik genutzt wird. Diese Rückmeldung bekommt ihr nur von Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkräften oder gehörlosen Personen selbst – also im Unterricht bei Campus Berlin.

DGS ist zudem eng mit der Kultur und den Erfahrungen gehörloser Menschen verbunden. Wer ausschließlich einzelne Gebärden aus einer App übernimmt, lernt diesen sprachlichen und kulturellen Zusammenhang nur begrenzt kennen.

Deshalb gilt: Digitale Tools sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für einen angeleiteten DGS-Sprachkurs.

Und natürlich kann digitales Lernen den spontanen Austausch mit anderen Menschen , also auch die Freude am gemeinsamen Lernen, der private Austausch über Motivation und das Soziale nicht ersetzen.

TIPP: So verbinden Sie Präsenzunterricht und digitales Üben

Besonders wirkungsvoll ist eine Kombination aus Unterricht, Wiederholung und praktischer Anwendung aus beiden Welten, Präsenz und digitale Angebote.

Eine einfache Lernroutine kann so aussehen:

  1. Lernen und üben Sie neue Gebärden zunächst im Präsenzkurs.
  2. Wiederholen Sie die Inhalte in den folgenden Tagen mit Ihren Kursunterlagen oder digitalen Angeboten.
  3. Üben Sie nicht nur einzelne Wörter, sondern auch kurze Sätze.
  4. Beobachten Sie bewusst Ihre Mimik und Körperhaltung.
  5. Notieren Sie Fragen und Unsicherheiten für den nächsten Kurstermin.
  6. Wenden Sie die Gebärden im Austausch mit anderen Teilnehmenden an.

So unterstützen digitale Angebote das Lernen, während der Präsenzkurs für Struktur, Anwendung und persönliche Rückmeldung sorgt.

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