16. Juni 2026

Mit Erasmus+ ins Auslandspraktikum: Die wichtigsten Fragen im Gespräch

Auslandspraktikum: alle können – keiner muss

Eine Ausbildung bei Campus bedeutet mehr als berufliche Qualifizierung: Sie bietet auch die Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln und das Pflichtpraktikum mit Erasmus+ im Ausland zu absolvieren. Wer darüber nachdenkt, hat oft ganz ähnliche Fragen, etwa:

  • Wer kann teilnehmen?
  • Wohin kann es gehen?
  • Muss ich die gesamte Praktikumszeit im Ausland verbringen?
  • Und was ist, wenn ich die Landessprache nicht spreche und Englisch in dem Land meiner Wahl nicht ausreicht?

Im Interview mit unseren beiden Erasmus+ Koordinatorinnen am Schulstandort Campus am Südkreuz geht es um die Ziele von Erasmus+, um häufig gestellte Fragen und um weniger bekannte, aber wichtige Aspekte rund um Auslandserfahrungen während der Ausbildung.

Campus BerlinWas bedeutet Erasmus+ eigentlich?

Dr. Eva-Maria Fiedler: Der Name Erasmus ist vielen bekannt, aber nicht alle wissen, wofür er ursprünglich steht. Das englische Akronym ERASMUS bedeutete ursprünglich European Regional Action Scheme for the Mobility of University Students. Übersetz auf Deutsch also: Europäisches Aktionsprogramm für die Mobilität von Universitätsstudenten.

Campus Berlin: Und wofür steht das „+“ bei Erasmus+?

Sarah R.: Das Plus zeigt, dass das Programm erweitert wurde um Personen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, also Auszubildende, Schüler*innen und Studierende in beruflichen Bildungsgängen.

Campus Berlin:  Kann man auch außerhalb von Europa ein Auslandspraktikum machen?

Dr. Eva-Maria FiedlerAuf die Frage, ob man auch außerhalb von Europa ein Auslandspraktikum machen kann. ist unsere Antwort ein klares Ja. Wir haben schon Praktikant*innen in Ägypten, Japan und den USA gehabt. Es gibt nur einen kleine, aber feinen Einschränkung: es dürfen maximal 20 % der bewilligten Fördergelder für Zielländer außerhalb Europas ausgegeben werden.

Sarah R.: Unsere Empfehlung an unsere Auszubildende: einfach Fragen. Wichtig ist, dass das Praktikum fachlich passt, gut vorbereitet wird und die Rahmenbedingungen stimmen.

Campus Berlin: Muss man die volle Praktikumszeit im Ausland absolvieren?

Dr. Eva-Maria FiedlerNein, nicht unbedingt. Es muss nicht automatisch die gesamte Praktikumszeit im Ausland stattfinden. Manchmal ist es dem Kooperationspartner im Ausland nicht möglich den gesamten Praktikumszeitraum abzudecken. In so einem Fall kann gesplittet werden. Von dieser Möglichkeit hat beispielsweise eine unserer Schüler*in der Berufsfachschule Sozialassistenz Gebrauch gemacht. Einen Teil der Zeit war sie an einer deutschen Schule in Japan, einen weiteren Teil absolvierte sie hier in Berlin.

Campus BerlinWas passiert, wenn Englisch im Zielland nicht ausreicht?

Sarah R.: Wenn Sprache zur Hürde werden kann, bietet Erasmus+ zusätzliche Unterstützung in Form von Online-SprachunterstützungDort können Teilnehmende ihre Sprachkenntnisse verbessern und sich gezielt auf den Aufenthalt vorbereiten. Zusätzlich kann im Einzelfall auch ein Sprachkurs möglich.

Dr. Eva-Maria Fiedler: Unser Rat: Keine Angst vor der Sprache haben. Ein Auslandspraktikum ist auch eine tolle Gelegenheit, sprachlich sicherer zu werden.

Campus Berlin: Eine Frage für die Mütter und Väter unter unseren Auszubildenden: Kann ich mein Kind mitnehmen?

Dr. Eva-Maria Fiedler: Grundsätzlich möchten wir Auslandsaufenthalte so zugänglich wie möglich machen. Auch Teilnehmende mit Kind sollen die Möglichkeit haben, über ein Auslandspraktikum nachzudenken.

Sarah R.: Ob und wie das konkret umsetzbar ist, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Zielland, der Unterkunft, der Betreuungssituation, den Förderbedingungen und natürlich von den persönlichen Umständen.

Dr. Eva-Maria Fiedler: Wichtig ist: Wer ein Kind hat, sollte sich nicht automatisch ausgeschlossen fühlen. Bitte sprechen Sie uns an. Wir schauen gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt.

Campus Berlin: Für wen lohnt sich ein Auslandspraktikum besonders?

Sarah R.: Eigentlich für alle, die Lust haben, über den eigenen Alltag hinauszuschauen. Ein Auslandspraktikum stärkt fachliche Fähigkeiten, Sprachkenntnisse, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen.

Dr. Eva-Maria Fiedler: Viele Teilnehmende kommen mit einem neuen Blick auf ihren Beruf zurück. Sie erleben andere Arbeitsweisen, andere Teams und andere Kulturen. Das ist persönlich und beruflich eine große Chance.

Campus Berlin: Wie läuft die Bewerbung oder Beratung ab?

Dr. Eva-Maria Fiedler: Der erste Schritt ist ganz einfach: Interesse melden und beraten lassen. Dann prüfen wir gemeinsam, ob Erasmus+ für die jeweilige Situation passt, welche Zeiträume möglich sind und welche Länder oder Praktikumsstellen infrage kommen.

Sarah R.: Danach geht es um die konkrete Vorbereitung: Unterlagen, Lernvereinbarung, Versicherung, Reiseplanung, sprachliche Vorbereitung und alle weiteren organisatorischen Fragen. Niemand muss das allein machen.

Unser Fazit

Ein Auslandspraktikum mit Erasmus+ ist mehr als eine Reise. Es ist eine Möglichkeit, berufliche Erfahrungen zu sammeln, neue Perspektiven zu gewinnen und persönlich zu wachsen. Wer neugierig ist, sollte sich beraten lassen — auch dann, wenn noch nicht alles feststeht. Viele Fragen lassen sich im Gespräch klären, und oft gibt es mehr Möglichkeiten, als man zunächst denkt.

Noch ein Tipp zum Schluss: Schaut gerne mal an das Schwarze Brett im Flur in der Geneststraße. Dort sind aktuelle Angebote und auch Fotos zu finden, die vielleicht Lust auf mehr machen.

Bilder, Eindrücke, Interviews und Gastbeiträge von und mit Campus Auszubildenden:

Das Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Berlin – Infos und Möglichkeiten!

Gymnasium oder doch lieber Wirtschaftsgymnasium? Wir zeigen Ihnen die Vorteile und Chancen, die Sie mit einem Wirtschaftsabitur erhalten.

Psychologie als Unterrichtsfach im Abitur in Berlin: Warum es sich lohnt

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung haben Sie bereits viel erreicht. Wenn Sie sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren und Ihre beruflichen Möglichkeiten erweitern möchten, kann das Fachabitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft der nächste logische Schritt sein.

So war unser Tag der offenen Tür am 21. Mai 2026

Ein Rückblick mit Bildern. Die Vielfalt unserer Ausbildungen Sozialassistenz, Erzieher*in, Heilerziehungspfleg, Pflegfachkraft sowie Pflegefachassistenz