5. Juli 2022

Heilerziehungspflegeschüler unterwegs mit Erasmus+

Campus: Hallo Vincent, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns ein wenig von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten. Erzählen Sie uns doch bitte zuerst kurz etwas zu Ihrer Ausbildung bei Campus. Wollten Sie schon immer Ihr Praktikum im Ausland machen? 

Vincent: Ich habe letztes Jahr meine Ausbildung bei Campus als Heilerziehungspfleger gestartet. Dabei habe ich mich für die Vollzeitausbildung direkt nach meinem Abitur entschieden.  Auf die Idee, das Praktikum im Ausland zu machen, brachte mich eigentlich Campus. Aber natürlich reise ich auch sehr gerne. Im Rückblick ein Volltreffer.

Campus: Jetzt machen Sie mich aber neugierig in Bezug auf etwas ganz Anderes. Warum haben Sie sich denn für Campus entschieden? 

Vincent: Hier kann ich die Gebärdensprache lernen. Das geht nicht überall. Und wenn ich ehrlich bin, mein schneller Anfahrtsweg hierher.

Campus: Danke. Zurück nach Schweden. Waren Sie der einzige in der Klasse, der nach Schweden wollte? Was können Sie uns zum Aufwand der Vorbereitungen sagen?

Vincent: Ursprünglich waren vier. Doch, was soll ich sagen… zwei von uns sind kurz vor der Abreise krank geworden. Corona was sonst. Eine Mitschülerin zog die Bewerbung aus anderen Gründen zurück. Der Aufwand für uns Schüler war dabei gering. Im Grunde mussten wir am Ende nur die von Campus ausgefüllten Anträge unterschreiben. Von Erasmus+ haben wir dann alle den gleichen Betrag erhalten: 1150,00 Euro.

Campus: Hat das Geld gereicht?

Vincent: Ich brauchte kein eigenes Geld. Es reichte für alles: Flug, Weiterreise, Unterkunft und das Leben vor Ort. Einziger Kritikpunkt: es wäre besser gewesen, wenn die Zusage etwas früher gekommen wäre. So war alles recht kurzfristig zu organisieren.

Campus: Ich gehe mal davon aus, dass eine Bedingung der Reise war, dass Sie Englisch sprechen können. Mussten Sie und die andere eine Art Sprachtest machen? Wie ging es nach der Zusage weiter?

Vincent: Ein Sprachtest war nicht nötig. Gleich nach der Zusage haben wir über eine Wohnungsplattform online eine Wohnung gemietet und Hin- und Rückreise organisiert und gebucht.

Campus: Und dann kam alles anders und Sie mussten alleine reisen. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Vincent: Eigentlich ganz gut. Auch wenn ich natürlich aufgeregt war. Auf jeden Fall bin ich unglaublich herzlich aufgenommen worden. Die Lehrer*innen waren alle sehr humorvoll und haben auch in ihrer Freizeit viel Zeit mit mir verbracht. Das Ystad Gymnasium ist eine Schule mit mehreren Integrationsklassen für Schüler*innen mit Lernschwäche aufgrund von Behinderungen. Die Unterrichtsorganisation läuft da etwas anders ab. Der Unterricht orientiert sich an Praxiseinheiten, weniger am Klassenverband.

Auch ist das Schulsystem in Schweden anders als bei uns organisiert. Ist ein Schüler, eine Schülerin mit der 9 Klasse fertig und möchte eine Ausbildung machen, verlässt er/sie nicht den Schul-Campus. Die Ausbildung findet an der Schule statt. Danach können sie arbeiten oder anschließend studieren. 

Campus: Was war Ihre Aufgabe während des Praktikums?

Vincent: Ich half den Lehrer*innen bei allem. Ich habe an den Ausflügen teilgenommen und auch den ganz normalen Schulalltag kennengelernt. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen, die ich aus meiner Schulzeit so nicht kenne. Das Lehrerzimmer war für die Integrationsklassen immer offen. Die Schüler*innen konnte kommen und gehen, wann immer sie wollten. Auch war da eine unglaublich herzliche Atmosphäre mit viel körperlichen Kontakt und Umarmungen.

Campus: Was haben Sie mit nach Hause genommen? Haben Sie ein persönliches Fazit oder einen Tipp?

Vincent: Was soll ich sagen. Auf jeden Fall habe ich tolle Erinnerungen mitgebracht. Wie gesagt, diese Herzlichkeit und Offenheit der Lehrer*innen. Sie haben mich auch ganz privat aufgenommen, beispielsweise zum Rudern, bei dem wir dann noch alle in einen Sturm kamen und wir unsere Boote zusammengebunden haben, damit kein Boot abtreibt.

Dann natürlich die Stadt Ystad und die Umgebung. Ich bin ja die Großstadt Berlin gewohnt….

Für meinen Beruf habe ich eine greifbare Vorstellung gewonnen. Ich habe jetzt ein Bild davon, wie ein Arbeitsalltag im Schulbetrieb aussieht.

Was für Möglichkeiten und Chancen wir an unseren Schulen hätten und haben, Inklusion in unseren Schulen mitzugestalten und umzusetzen.

Campus: Ein Tipp zum Schluss?

Vincent: Zum Thema Auslandspraktikum? Einfach mal beraten lassen. Einfach mal machen. Es lohnt sich.

Campus: Vielen Dank. Das Gespräch mit Ihnen hat echt Spaß gemacht. Vielleicht treffen wir uns ja nach Ihrem nächsten Praktikum wieder. Bis dahin alles Gute und einen schönen Sommer.

Wissenswertes

Haben wir Ihr Interesse an einem Auslandspraktikum geweckt? Dann sprechen Sie einfach Ihre Klassenleitung an. Ein Hinweis: Ein Auslandspraktikum mit ERASMUS+ kann unter bestimmten Voraussetzungen auch im außer Europäischen Raum absolviert werden.

Wir beraten Sie gern.

Mehr Informationen zu Erasmus+ in der Berufsbildung finden Sie hierhttps://www.erasmusplus.de/erasmus/berufsbildung

Ystad liegt an der schwedischen Südküste und gehört zu der Provinz Schonen. Nach einer Schätzung von 2020 zählt Ystad 30.970 Einwohner .

Berühmt geworden ist Ystad durch die Kriminalromane von Henning Mankell mit Kommissar Kurt Wallander.

Mehr Informationen zum Ystad Gymnasium finden Sie hier: https://www.ystadgymnasium.se/

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