Milana Piskunova gewinnt bei Jugend forscht – Interview mit unserer Preisträgerin
Wir sind unglaublich stolz auf unsere Schülerin Milana Piskunova aus der Abiturklasse bei Campus Berlin in der Friedrichstraße!
Im Februar dieses Jahres hat sie bei Jugend forscht in der Kategorie „Geo- und Raumwissenschaften“ den 1. Platz in der Regionalrunde erreicht. Aber damit nicht genug:
Im März gewann sie auch beim Landeswettbewerb an der TU Berlin den 1. Platz.
Ihr Projekt mit dem Titel „Exoplanetenentdeckung in TESS-Daten“ analysiert Messdaten des NASA-Weltraumteleskops TESS, um mögliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu identifizieren. Dabei hat sie zwei Kandidaten entdeckt, die möglicherweise neue, bislang unentdeckte Exoplaneten sind!

Im Interview berichtet Milana über ihren Weg, ihr Projekt und ihre nächsten Schritte.
Campus Berlin: Wie bist du dazu gekommen, bei Jugend forscht mitzumachen?
Milana: Am Anfang war es eher Neugier. Ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren und habe deshalb nach interessanten Wettbewerben in Deutschland gesucht. Als ich Jugend forscht entdeckt habe, hat mir die Idee gefallen, selbstständig an einem echten wissenschaftlichen Projekt zu arbeiten, und deshalb habe ich mich entschieden teilzunehmen.
Campus Berlin: Was hat dein Interesse an den Geo- und Raumwissenschaften geweckt?
Milana: Ehrlich gesagt kann man sagen, dass mein Interesse am Weltraum „in der Familie liegt“. Mein Großvater hat sich sehr für Astronomie und den Weltraum interessiert und diese Begeisterung später an meinen Vater weitergegeben – und er wiederum an mich. Schon als Kind habe ich viele Filme über den Weltraum geschaut, Bücher gelesen und mich ständig mit diesem Thema beschäftigt. So wurde aus einer normalen kindlichen Faszination nach und nach etwas viel Größeres.
Campus Berlin: Wie bist du auf dein Projekt „Exoplanetenentdeckung in TESS-Daten“ gekommen?
Milana: Am Anfang hatte ich mehrere Ideen für ein Projekt. Letztendlich habe ich mich aber für das Thema Exoplaneten entschieden, nachdem Herr Pickl mir ein Tutorial geschickt hatte, in dem gezeigt wurde, wie man mit den Daten des TESS-Teleskops und Python selbst nach möglichen Exoplaneten suchen kann. Mich hat besonders überrascht, dass auch normale Menschen mit echten astronomischen Daten arbeiten und eigene Analysen durchführen können und dass alle Informationen öffentlich zugänglich sind. Dadurch dachte ich, dass dieses Projekt eine sehr spannende Erfahrung werden könnte.



Campus Berlin: Was war für dich die größte Herausforderung während deiner Forschung?
Milana: Ehrlich gesagt war es am Anfang sehr schwierig, und irgendwann wollte ich sogar alles aufgeben. Ursprünglich war das Projekt als Teamarbeit geplant, aber die anderen Teilnehmer sind schon früh abgesprungen, weshalb ich alles allein machen musste. Außerdem hatte ich vor diesem Projekt keinerlei Programmiererfahrung und habe mir deshalb mehrere Monate lang selbstständig Python beigebracht. Bevor ich schließlich zwei potenzielle Kandidaten finden konnte, habe ich außerdem die Daten von ungefähr fünfzig Sternen analysiert, was sehr viel Geduld verlangt hat.
Campus Berlin: Gab es einen Moment, der dich besonders überrascht oder begeistert hat?
Milana: Der schönste Moment war der Abend, an dem ich wieder einmal einen Stern auf mögliche Planeten überprüft habe und plötzlich ein wirklich gutes Signal gesehen habe. Ich war sehr überrascht, weil ich selbst bis zum Schluss nicht wirklich daran geglaubt habe, tatsächlich etwas zu entdecken. Noch mehr überrascht hat mich allerdings, dass ich später um denselben Stern herum sogar noch einen zweiten Kandidaten finden konnte. Danach hatte ich plötzlich unglaublich viel Motivation, weiterzumachen und zusätzliche Analysen, Berechnungen und Überprüfungen durchzuführen.
Campus Berlin: Was hast du gefühlt, als du erfahren hast, dass du den 1. Platz auf Landesebene gewonnen hast?
Milana: Das war ein unglaublich emotionaler Moment. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, weil ich gemerkt habe, dass sich die ganze Arbeit wirklich gelohnt hat und ich es in die nächste Runde geschafft habe, die deutlich anspruchsvoller ist.
Campus Berlin: Gab es Menschen oder Unterstützung in deinem Umfeld, die dir bei deinem Projekt besonders geholfen haben?
Milana: Ich bin unserem Mathematiklehrer Herrn Pickl sehr dankbar für seine Unterstützung während der gesamten Arbeit an meinem Projekt. Er hat mir viele hilfreiche Tipps gegeben, mich in die richtige Richtung gelenkt und mein Interesse an wissenschaftlicher Arbeit unterstützt, was für mich sehr wichtig war. Durch ihn hatte ich außerdem die Möglichkeit, mit einem echten Wissenschaftler der ESA in Kontakt zu kommen, was eine sehr wertvolle Erfahrung für mich war.
Campus Berlin: Was hast du persönlich aus deiner Teilnahme an Jugend forscht mitgenommen?
Milana: Am Anfang war meine größte Angst tatsächlich die deutsche Sprache, weil Deutsch für mich die dritte Sprache ist. Ich hatte große Sorge, dass es schwierig für mich sein würde, mein Projekt auf diesem Niveau zu präsentieren. Während des Wettbewerbs habe ich aber verstanden, dass man keine Angst davor haben sollte, neue Dinge auszuprobieren. Denn wenn man nie den ersten Schritt macht, wird man auch nie erfahren, wozu man eigentlich fähig ist.
Campus Berlin: Hast du schon Ideen, wie dein Weg nach dem Abitur am Campus Berlin aussehen könnte – und könntest du dir ein naturwissenschaftliches Studium vorstellen?
Milana: Aktuell habe ich bereits wissenschaftliche Kontakte zum Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, wo ich im kommenden Sommer die Gelegenheit habe, ein Praktikum zu absolvieren. Außerdem wurde ich von der Freien Universität Berlin eingeladen, bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 6. Juni mitzuwirken.
Auf eine genaue Richtung habe ich mich zwar noch nicht festgelegt, aber ich weiß definitiv, dass ich meine Zukunft mit Wissenschaft verbinden möchte, weil ich gerne zu den Menschen gehören würde, die die Menschheit voranbringen.
Campus Berlin: Herzlichen Glückwunsch, Milana! Wir drücken dir für das Bundesfinale fest die Daumen!


