Wenn Lernen gelingen soll, muss es den Auszubildenden gut gehen
Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2026
Mental Health – Gemeinsam stark
Stress vor der Prüfung, Druck im Betrieb, Streit in der Gruppe, Sorgen, die man nicht mit nach Hause nehmen möchte: Unsere Auszubildenden bringen mehr mit in den Unterricht als ihre Arbeitsmaterialien. Genau hier setzt eine Fortbildung an, die unsere Kollegin und Lehrkraft der Campus Pflegeschulen Elisabeth im August in Zagreb besucht hat.
Der Titel der Fortbildung lautete: „Promoting students’ well-being and mental health in schools: strategies for teachers and education staff“ und bedeutet übersetzt: „Förderung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit von Schülern an Schulen: Strategien für Lehrer und pädagogisches Personal“.
Denn psychische Gesundheit beeinflusst weit mehr als das persönliche Wohlbefinden. Sie wirkt sich darauf aus, wie gut junge Menschen lernen, mit anderen umgehen, ihre Ausbildung meistern und ihren Alltag bewältigen. Auch die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission betont, wie wichtig es ist, die psychische Gesundheit an Schulen gezielt und umfassend zu fördern. Trotz des wachsenden Bewusstseins für dieses Thema besteht europaweit weiterhin Handlungsbedarf.
Lehrkräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie können psychische Belastungen frühzeitig erkennen, ein unterstützendes Lernumfeld schaffen und die Widerstandsfähigkeit junger Menschen stärken. Entscheidend ist eine Schulkultur, die von Vertrauen, Empathie und gegenseitigem Respekt geprägt ist.




Gerade in der Pflegeausbildung ist die psychische Gesundheit ein wichtiges Thema. Neben den Anforderungen des Unterrichts und der Prüfungen erleben Auszubildende während ihrer Praxiseinsätze Situationen, die sie emotional belasten können. Der Umgang mit Krankheit, Leid und Tod gehört ebenso zum Pflegeberuf wie die Verantwortung für andere Menschen. Umso wichtiger sind Lehrkräfte, die solche Belastungen wahrnehmen, ein offenes Ohr haben und ihre Auszubildenden dabei unterstützen, mit diesen Erfahrungen umzugehen.
Eine Woche lang beschäftigte sich Elisabeth im international besetzten Erasmus+-Kurs „Wohlbefinden und psychische Gesundheit von Schüler*innen an Schulen fördern“gemeinsam mit Lehrkräften aus Spanien, Portugal und Belgien mit der Frage, wie Schule ein Ort sein kann, an dem sich junge Menschen sicher und verstanden fühlen. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Methoden, mit denen Lehrkräfte das emotionale Wohlbefinden ihrer Schülerinnen stärken und sie bei psychischen Belastungen unterstützen können.
Was unsere Auszubildenden davon haben:
- Aufmerksamere Lehrkräfte. Wer erste Anzeichen von Überforderung früher erkennt, kann rechtzeitig unterstützen, bevor aus Belastung eine Krise wird.
- Weniger Mobbing, mehr Zusammenhalt. Die Fortbildung vermittelte Konzepte zur Vorbeugung von Mobbing und Cybermobbing und zum Aufbau einer Klassenkultur, in der sich alle zugehörig fühlen.
- Konkrete Hilfe bei Stress und Prüfungsangst. Achtsamkeits- und Entspannungsübungen lassen sich direkt im Unterricht einsetzen, um Ängste abzubauen und die Konzentration auch an anspruchsvollen Tagen zu fördern.
- Offene Gespräche statt Schweigen. Wer über psychische Gesundheit offen sprechen kann, hilft dabei, Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen.
- Frische Ideen aus ganz Europa. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern bringt erprobte Methoden in unseren Schulalltag.
Am Ende steht kein Stapel Theorie, sondern ein praktischer Werkzeugkasten, der sich an unterschiedliche Altersgruppen und Lernbedürfnisse anpassen lässt.
Das ganz persönliche Fazit unserer Kollegin über diese Fortbildung:
„Ich fand es toll, die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen kennenzulernen. Besonders gefallen hat mir eine einfache Übung, die sich auch wunderbar zum gegenseitigen Kennenlernen eignet: In Zweiergruppen erzählen sich die Teilnehmenden, welche Bedeutung ihr Vorname hat, warum ihre Eltern ihn wohl ausgesucht haben und ob sie sich mit ihrem Namen wohlfühlen. Anschließend stellt jede Person die Geschichte des Gegenübers in der Gruppe vor. Dabei geht es nicht nur ums Kennenlernen, sondern vor allem auch darum, aufmerksam zuzuhören und sich wirklich für den anderen Menschen zu interessieren.“





