Welche sozialen Berufe gibt es? Ausbildungen und Arbeitsfelder im Überblick

Sie möchten mit Menschen arbeiten, Verantwortung übernehmen und etwas bewirken? Dann stehen Ihnen im sozialen Bereich viele unterschiedliche Berufswege offen. Sie können Kinder in ihrer Entwicklung begleiten, Menschen mit Behinderungen mehr Teilhabe ermöglichen, Familien unterstützen oder pflegebedürftige Menschen versorgen.
Doch welcher soziale Beruf passt zu Ihnen? Welche Ausbildung benötigen Sie? Und für welche Berufe ist ein Studium erforderlich?
Dieser Überblick stellt wichtige soziale Berufe und ihre Arbeitsfelder vor. Außerdem erfahren Sie, welche Ausbildungswege Sie bei Campus Berlin einschlagen können.
Was sind soziale Berufe?
Soziale Berufe haben eines gemeinsam: Im Mittelpunkt steht die professionelle Arbeit mit Menschen. Fachkräfte begleiten, beraten, fördern, erziehen, assistieren oder pflegen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dabei geht es nicht nur darum, „gern zu helfen“. Soziale Berufe erfordern Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren. Je nach Beruf gehören pädagogische, pflegerische, medizinische, rechtliche oder kommunikative Aufgaben dazu.
Zu den sozialen und sozialpädagogischen Berufen zählen beispielsweise:
- Erzieher*in,
- Heilerziehungspfleger*in,
- Sozialassistent*in,
- Sozialarbeiter*in beziehungsweise Sozialpädagog*in,
- Kindheitspädagog*in und
- pädagogische Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe.
Pflegeberufe werden im Alltag häufig ebenfalls zu den sozialen Berufen gezählt. Formal gehören sie zu den Gesundheitsfachberufen. Da auch hier die Begleitung und Unterstützung von Menschen im Mittelpunkt steht, sind die Übergänge zwischen sozialer Arbeit, Assistenz und Pflege in vielen Einrichtungen fließend.
Welche sozialen Berufe passen zu welcher Zielgruppe?
Ein guter Ausgangspunkt für die Berufswahl ist die Frage, mit welchen Menschen Sie später arbeiten möchten. Auch die Art der Aufgaben spielt eine wichtige Rolle: Möchten Sie pädagogisch arbeiten, beraten, pflegen oder Menschen im Alltag assistieren?

1. Soziale Berufe mit Kindern und Jugendlichen
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, begleitet Bildungs- und Entwicklungsprozesse. Dazu gehören die Beobachtung und Förderung einzelner Kinder ebenso wie die Gestaltung von Gruppenangeboten, die Zusammenarbeit mit Eltern und der Umgang mit Konflikten.
Erzieher*in
Erzieher*innen arbeiten längst nicht nur in Kindertagesstätten. Mögliche Arbeitsfelder sind unter anderem:
- Kitas und Familienzentren,
- Schulen und Ganztagsangebote,
- Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen,
- Wohngruppen,
- Hilfen zur Erziehung und
- Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Die Berliner Fachschulausbildung bereitet darauf vor, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben selbstständig und eigenverantwortlich zu übernehmen. Sie dauert drei Jahre und kann vollschulisch oder berufsbegleitend absolviert werden.
Bei Campus Berlin erwerben Sie den Abschluss als staatlich anerkannter Erzieher*in mit Bachelor Professional in Sozialwesen. Zu den Ausbildungsschwerpunkten gehören unter anderem interkulturelle Kompetenz, Gebärden-unterstützte Kommunikation, musisch-kreative Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Sozialassistent*in
Sozialassistent*innen unterstützen pädagogische, pflegerische und hauswirtschaftliche Fachkräfte. Sie können beispielsweise bei der Betreuung von Kindern mitwirken, Menschen im Alltag unterstützen oder Aufgaben in sozialen Einrichtungen übernehmen.
Die zweijährige Ausbildung eignet sich besonders als Einstieg in den sozialen Bereich. Bei Campus können Sie mit einem erfolgreichen Abschluss unter bestimmten Voraussetzungen den MSA erwerben und anschließend beispielsweise die Ausbildung zur Erzieher*in oder zum Heilerziehungspfleger beziehungsweise zur Heilerziehungspflegerin beginnen.
Sozialarbeiterin beziehungsweise Sozialpädagogin
Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen begleiten Kinder und Jugendliche beispielsweise in der Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Familienberatung oder in ambulanten Hilfen.
Anders als die Ausbildung zur Erzieher*in handelt es sich hierbei in der Regel um einen Hochschulberuf. Voraussetzung ist normalerweise ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik.

2. Soziale Berufe mit Menschen mit Behinderungen
In diesem Arbeitsfeld geht es darum, Menschen in behindernden Lebenssituationen bei einem möglichst selbstbestimmten Leben zu unterstützen. Fachkräfte begleiten Menschen in ihrem Alltag, fördern ihre individuellen Fähigkeiten und setzen sich für Teilhabe und den Abbau von Barrieren ein.
Heilerziehungspfleger*in
Die Heilerziehungspflege verbindet pädagogische, assistierende und – abhängig vom individuellen Bedarf – pflegerische Aufgaben.
Heilerziehungspfleger*innen arbeiten beispielsweise in:
- besonderen Wohnformen und Wohngemeinschaften,
- ambulanten Assistenzangeboten,
- inklusiven Kitas und Schulen,
- Tagesförderstätten,
- Werkstätten und Angeboten zur beruflichen Teilhabe,
- Freizeiteinrichtungen und
- Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Das Ziel ist nicht, Entscheidungen für Menschen zu treffen, sondern sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und bei einer möglichst selbstbestimmten Lebensgestaltung zu unterstützen. Der aktuelle Berliner Rahmenlehrplan hebt deshalb die Bedeutung von Beziehung, Kommunikation, Teilhabe und einer inklusiven Haltung hervor.
Bei Campus Berlin gehört Deutsche Gebärdensprache zum Unterricht. Weitere Schwerpunkte sind Unterstützte Kommunikation, assistive Technologien, Motopädagogik, Logopädie sowie Musik und inklusive Theaterarbeit.

3. Berufe in Pflege und gesundheitlicher Versorgung
Pflegefachkräfte begleiten Menschen aller Altersgruppen, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder Alter Unterstützung benötigen. Sie beobachten den Gesundheitszustand, planen und dokumentieren die Pflege, führen pflegerische und medizinisch angeordnete Maßnahmen durch und beraten pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige.
Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Pflegefachperson
Die früher getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden in der generalistischen Pflegeausbildung zusammengeführt. Der reguläre Abschluss lautet heute Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Pflegefachperson.
Pflegefachkräfte können unter anderem in folgenden Bereichen arbeiten:
- Krankenhäusern,
- Pflegeeinrichtungen,
- ambulanten Pflegediensten,
- psychiatrischen Einrichtungen,
- Rehabilitationskliniken und
- der häuslichen Versorgung.
Pflegefachassistenz
Pflegefachassistent*innen unterstützen Pflegefachkräfte bei der Versorgung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen. Sie helfen beispielsweise bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilität, beobachten Veränderungen und wirken bei der Dokumentation mit. Die Ausbildung kann außerdem eine Grundlage für die spätere Weiterqualifizierung zur Pflegefachkraft sein.

4. Soziale Arbeit mit Erwachsenen und Familien
Erwachsene und Familien benötigen aus ganz unterschiedlichen Gründen Unterstützung: bei Erziehungsfragen, finanziellen Schwierigkeiten, Wohnungslosigkeit, Migration, psychischen Belastungen oder familiären Konflikten.
Typische Arbeitsfelder sind:
- Familien- und Erziehungsberatungsstellen,
- Jugend- und Sozialämter,
- Migrationsberatung,
- Wohnungslosenhilfe,
- Schuldnerberatung,
- Suchthilfe,
- psychosoziale Dienste und
- Resozialisierung.
Viele beratende und koordinierende Tätigkeiten in diesem Bereich setzen ein Studium der Sozialen Arbeit voraus. Auch Erzieher*innen Heilerziehungspfleger*innen können jedoch – abhängig von Einrichtung und Aufgabe – mit Erwachsenen, Eltern und Familien arbeiten.
Ausbildung oder Studium: Was ist der Unterschied?
Nicht jeder soziale Beruf setzt ein Studium voraus. Viele verantwortungsvolle Tätigkeiten können über eine Berufsfachschule oder Fachschule erreicht werden.
Eine Ausbildung kann zu Ihnen passen, wenn Sie …
- früh praktische Erfahrungen sammeln möchten,
- gern an konkreten Situationen lernen,
- einen strukturierten Stundenplan bevorzugen,
- in einer festen Lerngruppe lernen möchten und
- zunächst einen staatlich anerkannten Berufsabschluss anstreben.
Ein Studium kann zu Ihnen passen, wenn Sie …
- gern wissenschaftlich und theoretisch arbeiten,
- sich für Beratung, Sozialrecht, gesellschaftliche Zusammenhänge oder Forschung interessieren,
- sich gut selbst organisieren können und
- gezielt den Beruf Sozialarbeiterin beziehungsweise Sozialpädagogin anstreben.
Ausbildung und Studium müssen sich nicht ausschließen. Bei Campus können Sie die dreijährige Fachschulausbildung zur Erzieher*in oder zum Heilerziehungspfleger beziehungsweise zur Heilerziehungspflegerin nach dem vorgesehenen 3+1-Modell mit einem zusätzlichen Hochschuljahr verbinden. Ziel ist der Bachelor of Arts Soziale Arbeit.
Damit erwerben Sie zunächst einen staatlich anerkannten Berufsabschluss und ergänzen diesen anschließend durch einen akademischen Abschluss.
Welche sozialen Berufe kann ich ohne Abitur erlernen?
Für viele soziale Ausbildungsberufe ist kein Abitur erforderlich. Je nach Bildungsgang können die Berufsbildungsreife, der erweiterte Schulabschluss oder der MSA ausreichen. Über die Sozialassistenz können Sie zudem einen Berufsabschluss erwerben und die Voraussetzungen für eine anschließende Fachschulausbildung erfüllen.
Welcher soziale Beruf ist der richtige für mich?
Das hängt vor allem davon ab, mit welchen Menschen Sie arbeiten und welche Aufgaben Sie übernehmen möchten. Die Erzieher*innenausbildung konzentriert sich auf Bildung, Erziehung und Betreuung. In der Heilerziehungspflege stehen Inklusion, Assistenz und Teilhabe im Mittelpunkt. Pflegeberufe sind stärker auf gesundheitliche Versorgung und pflegerische Unterstützung ausgerichtet.
Kann ich als Quereinsteiger*in einen sozialen Beruf erlernen?
Ja. Viele Menschen entscheiden sich erst nach einer anderen Ausbildung, einem Studium oder mehreren Berufsjahren für den sozialen Bereich. Entscheidend ist, ob Sie die Zugangsvoraussetzungen für den jeweiligen Bildungsgang erfüllen
Muss ich in jedem sozialen Beruf im Schichtdienst arbeiten?
Nein. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sind vor allem in stationären Einrichtungen, Wohngruppen und der Pflege verbreitet. In Kitas, Schulen und vielen Beratungsstellen gelten häufig regelmäßige Arbeitszeiten.
Brauche ich für Soziale Arbeit immer ein Studium?
Für die Berufsbezeichnung Sozialarbeiter*in beziehungsweise Sozialpädagog*in ist in der Regel ein entsprechendes Hochschulstudium erforderlich. Für Berufe wie Erzieher*in, Heilerziehungspfleger*n oder Sozialassistent*in absolvieren Sie dagegen eine schulische beziehungsweise fachschulische Ausbildung.
FAZIT: So vielfältig wie die Menschen sind auch die sozialen Berufe
„Mit Menschen arbeiten“ kann vieles bedeuten. Sie können Kinder beim Aufwachsen begleiten, Menschen mit Behinderungen mehr Teilhabe ermöglichen, Familien beraten oder Menschen in Krankheit und Alter versorgen. Der passende Beruf hängt deshalb nicht allein davon ab, dass Sie anderen helfen möchten. Entscheidend ist, welche Zielgruppe, welche Aufgaben und welche Ausbildungsform zu Ihren persönlichen Stärken und Vorstellungen passen.
Bei Campus Berlin können Sie verschiedene soziale und pflegerische Ausbildungen kennenlernen und sich individuell zu Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsformen und Entwicklungsmöglichkeiten beraten lassen.
Möchten Sie sich beraten lassen? Einfach Kontaktformular ausfüllen, schreiben welches Berufsfeld Sie interessiert und zu welchen Terminen Sie ein Beratungstermin wünschen.
Wir freuen uns auf Sie!


