5. März 2026

Traumberufe: Was Jugendliche werden wollen

Wovon Jugendliche in Deutschland heute träumen – und was ihnen wirklich wichtig ist

Was wollen Jugendliche in Deutschland eigentlich werden? Die Antwort ist vielschichtiger, als es klassische „Top-10-Listen“ vermuten lassen. Aktuelle Studien und Jugendbefragungen zeigen: Zwar bleiben einige traditionelle Traumberufe stabil, doch dahinter stehen veränderte Werte, Erwartungen und Lebensziele.

Klassiker mit Bestand: Beliebte Traumberufe

Viele Jugendliche nennen auch heute Berufe, die gesellschaftlich anerkannt sind und Sicherheit versprechen. Besonders häufig werden genannt (1) (2):

  • Ärztin / Arzt
  • Lehrer*in
  • Polizist*in
  • Tierärztin / Tierarzt
  • Pilot*in
  • Erzieher*in
  • Architekt*in
  • Informatiker*in
  • Psycholog*in
  • Pflegefachkraft

Diese Berufswünsche verbinden Jugendliche oft mit Sinn, Verantwortung und Stabilität. Auffällig ist, dass sich traditionelle Rollenbilder zwar langsam auflösen, aber noch immer eine gewisse Wirkung entfalten.

Neue Berufsträume: Kreativität, Freiheit und Selbstverwirklichung

Neben den klassischen Wunschberufen gewinnen digitale und kreative Tätigkeiten an Bedeutung. Viele Jugendliche können sich vorstellen, als Content Creator, Influencer oder selbstständig Kreative zu arbeiten. In deiner Studie der Uni Göttingen sprachen sich 49% der befragten Abiturient*innen dafür aus, sich für einen Studiengang in diesem Umfeld zu interessieren, 43% möchten als Creator arbeiten (3).

Dabei geht es weniger um Ruhm oder Reichtum, sondern vor allem um:

  1. kreative Entfaltung
  2. zeitliche und räumliche Flexibilität
  3. selbstbestimmtes Arbeiten

Gleichzeitig ist den meisten bewusst, dass diese Berufswege unsicher sind.

Was Jugendlichen im Beruf wirklich wichtig ist

Fast noch wichtiger als der konkrete Traumberuf sind die Rahmenbedingungen, die Jugendliche sich für ihr späteres Arbeitsleben wünschen. Besonders häufig genannt werden (4):

  1. Jobsicherheit: Ein sicherer Arbeitsplatz ist für die große Mehrheit zentral.
  2. Work-Life-Balance: Freizeit, Familie und Gesundheit sollen nicht dem Job geopfert werden.
  3. Faire Bezahlung und planbare Arbeitszeiten.
  4. Sinn und gesellschaftlicher Beitrag: Viele wollen mit ihrer Arbeit „etwas Gutes“ bewirken.

Auffällig ist: Karriere um jeden Preis verliert an Bedeutung. Erfolg wird heute stärker über Lebensqualität definiert.

Unsicherheit gehört dazu

Trotz klarer Wünsche und Werte haben viele Jugendliche noch kein festes Berufsziel. Rund die Hälfte der 15-Jährigen weiß noch nicht, welchen Beruf sie später konkret ausüben möchte. Das ist kein Zeichen von Orientierungslosigkeit, sondern Ausdruck einer komplexer gewordenen Arbeitswelt mit unzähligen Möglichkeiten. Die Mehrheit der Jugendlichen fühlt sich durch die Informationsflut zu Berufen und Ausbildungsangeboten eher überfordert (5). Auch fällt es jungen Menschen häufig schwer, ihre persönlichen Stärken und Schwäche realistisch einzuschätzen. Und schließlich gibt es ja auch so viel anderes, was gerade wichtig ist…

Viele Jugendliche wünschen sich deshalb:

  1. bessere Berufsorientierung
  2. realistische Einblicke in Ausbildungs- und Studienwege
  3. Vorbilder, die unterschiedliche Lebensentwürfe sichtbar machen

Zwischen Sicherheit und Selbstverwirklichung

Jugendliche in Deutschland träumen heute von Berufen, die Sinn, Sicherheit und persönliche Freiheit miteinander verbinden. Klassische Traumberufe bleiben relevant, werden aber ergänzt durch neue Vorstellungen von Arbeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Für Schule, Politik und Berufsberatung bedeutet das: Es geht weniger darum, Jugendliche auf einen Traumberuf festzulegen – sondern sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Werte, Stärken und Möglichkeiten zu entdecken.

Denn der wichtigste Berufswunsch vieler Jugendlicher lautet heute schlicht:

Ein gutes Leben führen – mit einem Job, der dazu passt.

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