5. November 2026

Von Campus Berlin nach Malta und in die Teamleitung

Zuletzt aktualisiert: 5. November 2026

Mit 22 Jahren führt Cassiel ein Team von 15 Mitarbeitenden im Kundenservice von Tipico auf Malta. Wenige Jahre zuvor wusste er nach einem nicht bestandenen MSA noch nicht, wie es für ihn weitergehen sollte. Bei Campus Berlin holte er seinen Abschluss nach, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und erwarb anschließend die Fachhochschulreife. Im Interview erzählt er, wie er neue Motivation fand und warum ein sechswöchiges Auslandspraktikum seinen weiteren Weg entscheidend geprägt hat.

 

Bei Campus Berlin einen neuen Anfang finden

 

Cassiel, du hast insgesamt vier Jahre bei Campus Berlin verbracht. Wie hat dein Weg bei uns angefangen?

Ich hatte meinen MSA nicht geschafft und wusste erst einmal nicht, was ich machen sollte. Viele Türen standen mir nicht offen. Nachdem ich auch bei einer Bewerbung abgelehnt worden war, habe ich gemerkt: Ich muss noch einmal zurück in die Schule. So bin ich zu Campus gekommen. Mein Ziel war zunächst nur, im Rahmen der IBA meinen MSA nachzuholen und danach weiterzuschauen.

Was hat sich bei Campus für dich verändert?

Meine Einstellung zur Schule hat sich verändert. Das Modulsystem hat mir sehr gefallen. Jede Woche eine Klausur zu schreiben, war zwar anspruchsvoll, aber das Lernen hat mir wieder Spaß gemacht. Meine Lernblockaden haben sich nach und nach gelöst, und ich hatte Erfolg.

Nach dem MSA stellte sich dann die Frage: Was kommt jetzt? Ich hatte eine gute Bindung zu den Lehrkräften aufgebaut und fühlte mich an der Schule wohl. Deshalb habe ich mich entschieden, bei Campus weiterzumachen und die Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten zu absolvieren.

Wer ist dir aus deiner Schulzeit besonders in Erinnerung geblieben?

Herr Bergemann. Er hat mich schon während meiner Zeit als MSA-Schüler unterrichtet, war später über weite Strecken mein Klassenlehrer in der Ausbildung und hat mich auch auf dem Weg zur Fachhochschulreife begleitet. Er hat mir nicht nur schulisch viel beigebracht, sondern auch fürs Leben. Dass ich heute noch diese Verbindung zu Campus habe, liegt auch an ihm.

 

Ein Praktikum auf Malta eröffnet neue Perspektiven

 

Während deiner Ausbildung hast du ein Erasmus-Praktikum auf Malta gemacht. Wie kam es dazu?

Grundsätzlich ist es bei einer Ausbildung bei Campus Berlin möglich, das Pflichtpraktikum über Erasmus im Ausland zu machen. Es standen verschiedene Länder zur Auswahl. Unsere Schulleiterin Frau Schilli hatte Malta bereits mit einer Klasse besucht und mir die Insel empfohlen. So habe ich mich dafür entschieden.

Ich habe sechs Wochen in der Physiotherapie-Abteilung eines Krankenhauses gearbeitet. Meine Aufgaben lagen vor allem im organisatorischen Bereich: Ich habe Telefonate übernommen und Termine für die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten koordiniert.

Was hat dir diese Zeit persönlich gebracht?

Es war das erste Mal, dass ich für längere Zeit allein ins Ausland gegangen bin. Das war ein großer Schritt: sich selbst organisieren, in einem anderen Land zurechtkommen und gleichzeitig Arbeitserfahrungen sammeln. Diese sechs Wochen haben mich unglaublich geprägt.

Am liebsten wäre ich direkt geblieben. Dass dieses Praktikum später dazu führen würde, dass ich auf Malta arbeite und mir dort ein Leben aufbaue, hätte ich damals aber nicht gedacht.

Trotzdem bist du zunächst nach Berlin zurückgekommen. Warum?

Ich hatte meiner Mutter versprochen, noch die Fachhochschulreife zu machen. Das war mir auch selbst wichtig. Nach meiner Ausbildung konnte ich den Abschluss bei Campus in einem weiteren Jahr erwerben. Deshalb bin ich zurückgekommen und habe dieses Jahr noch drangehängt. Danach wollte ich es mit Malta versuchen.

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Vom Berufseinstieg zur Teamleitung

 

Wie ist aus deinem Praktikum der Kontakt zu deinem heutigen Arbeitgeber entstanden?

Der Mann meiner damaligen Betreuerin arbeitete bei Tipico. Er hatte selbst im Kundenservice angefangen und sich im Unternehmen weiterentwickelt. Durch ihn habe ich erfahren, dass es dort eine Einstiegsmöglichkeit für mich geben könnte.

Das blieb mir im Hinterkopf. Nach meiner Fachhochschulreife habe ich mich beworben, mehrere Vorstellungsgespräche geführt und schließlich die Zusage bekommen. Angefangen habe ich als Customer Service Agent. Heute bin ich Customer Service Team Lead.

Was gehört heute zu deinen Aufgaben als Teamleiter?

Ich betreue ein Team von aktuell 15 Mitarbeitenden. Dazu gehören regelmäßige Einzelgespräche, die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und der Blick auf die Leistung des Teams. Außerdem bin ich während meiner Schicht eine Ansprechperson für die Kolleginnen und Kollegen, gerade wenn jemand neu ist oder Fragen hat.

Wenn Kunden technische Probleme oder Schwierigkeiten bei Zahlungen melden, sammeln wir die Informationen und geben sie an die zuständigen Abteilungen weiter. Zusätzlich führe ich Bewerbungsgespräche für den Kundenservice und arbeite an Projekten mit, die unsere Abläufe verbessern. Mein Alltag ist dadurch sehr abwechslungsreich.

Was hat dir geholfen, dich beruflich weiterzuentwickeln?

Ich bin sehr ambitioniert an die Arbeit herangegangen. Diese Motivation habe ich schon während meiner Zeit bei Campus entwickelt. Dort habe ich außerdem gelernt, viele Fragen zu stellen. Das war meine Art, Dinge wirklich zu verstehen.

Das habe ich im Beruf beibehalten. In Meetings habe ich nachgefragt und Interesse gezeigt. Dadurch bin ich aufgefallen. Mir war wichtig, mich weiterzuentwickeln und zu zeigen, dass ich mehr Verantwortung übernehmen möchte.

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Chancen nutzen und weiterlernen

 

Was möchtest du Schülerinnen, Schülern und Auszubildenden mitgeben, die noch nicht wissen, wohin ihr Weg führt?

Nutzt die Möglichkeiten, die ihr habt. Man muss noch nicht genau wissen, wo man später einmal landen möchte. Ich wollte anfangs auch nur meinen MSA nachholen. Was sich daraus entwickelt hat, konnte ich damals nicht absehen.

Bei Campus habe ich gelernt, wie ich lerne: Wie nehme ich Informationen auf, und wie arbeite ich damit weiter? Außerdem lernt man, dranzubleiben, auch wenn man gerade keine Lust hat. Das braucht man später im Berufsleben genauso.

Sucht nach etwas, das euer Interesse weckt und euch motiviert. Auch eine Einstiegsposition kann ein Anfang sein. Im Kundenservice habe ich zum Beispiel viel darüber gelernt, wie man mit Menschen kommuniziert und auf ihre Anliegen eingeht.

Worauf bist du rückblickend stolz, und was möchtest du als Nächstes erreichen?

Ich bin stolz darauf, dass ich die Möglichkeiten bei Campus genutzt habe. Ich habe dort vier wichtige Jahre verbracht, von 16 bis 20. Vieles von dem, was ich heute mache, hat sich in dieser Zeit entwickelt: mein Weg nach Malta und letztlich auch mein Einstieg bei Tipico.

Jetzt möchte ich mich in meiner Rolle als Teamleiter weiterentwickeln. Ich schätze es sehr, mit 22 Jahren diese Erfahrung sammeln zu können. Nur weil man eine Führungsposition hat, ist man nicht automatisch schon ein guter Manager. Ich habe noch viel zu lernen und möchte darin besser werden.

Vielen Dank für das Gespräch, Cassiel!

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