Psychische Gesundheit stärken – Sicher handeln im Schulalltag

Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte zur Stärkung von Handlungssicherheit: Erkennen – Ansprechen – Weiterleiten

Sicher ansprechen. Richtig einschätzen. Verlässlich weiterleiten.

Psychische Belastungen von Schüler*innen nehmen zu – und Lehrkräfte sind im Schulalltag oft die erste Anlaufstelle. Diese Fortbildung stärkt Ihre Handlungssicherheit im Umgang mit belasteten Kindern und Jugendlichen und schafft klare, kollegiumsweite Standards für Erstansprache, Unterstützung und Weiterleitung ohne Diagnostik oder Therapieauftrag.

 

Warum diese Fortbildung?

In Berliner Schulen verdichten sich psychosoziale Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Monitoringdaten aus Deutschland (u. a. COPSY) zeigen, dass relevante Anteile von Kindern und Jugendlichen weiterhin eine geminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität, psychische Auffälligkeiten und Angstsymptome berichten. Parallel sind Lehrkräfte in Berlin strukturell hoch belastet; Arbeitszeitstudien dokumentieren verbreitete Mehrarbeit und regelmäßige Überschreitungen der 48-Stunden-Grenze in Schulwochen bei einem substanziellen Anteil von Vollzeit-Lehrkräften.

Im Schulalltag entstehen dadurch häufig herausfordernde Situationen:

  • Unsicherheit im Gespräch mit belasteten Schüler*innen
  • Unterschiedliche Vorgehensweisen im Kollegium
  • Sorge vor Fehlern oder Überforderung
  • Fehlende Klarheit bei Dringlichkeit und Zuständigkeiten

Diese Fortbildung setzt genau hier an: Sie bietet einen praxistauglichen, einheitlichen Handlungsrahmen, der entlastet, schützt und Orientierung gibt.

Für wen diese Fortbildung besonders geeignet ist

Die Fortbildung richtet sich an:

  • Lehrkräfte aller Schulformen
  • Pädagogisches Personal an Berliner Schulen
  • Ganze Kollegien oder schulische Teams

Die Wirkung entsteht insbesondere durch gemeinsame Standards im Kollegium und klare Schnittstellen zu bestehenden Unterstützungsstrukturen (z. B. Schulsozialarbeit, Beratung, Schulpsychologie, Schutzkonzepte).

Für Lehrkräfte und sonstiges pädagogisches Personal – Ein Handlungskonzept für die Praxis

Als Lehrkraft und Erzieher*in tragen Sie eine besondere Verantwortung. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in besonders sensiblen Entwicklungsphasen und stehen täglich mit vielen jungen Menschen in Kontakt, die emotional gefordert sind. Psychische Belastungen zeigen sich dabei oft schneller, als man denkt – durch schulischen Druck, familiäre Probleme, soziale Unsicherheiten oder auch traumatische Erfahrungen. Seit der Corona-Zeit haben viele Jugendliche zudem verstärkt mit Stress, Ängsten oder Lernrückständen zu kämpfen.

Die Fortbildung unterstützt Sie dabei, Warnsignale frühzeitig zu erkennen, aufmerksam zuzuhören und im Ernstfall ruhig und sicher zu handeln. Sie gewinnen Klarheit, wie Sie belastete junge Menschen ansprechen und zu passenden Hilfsangeboten weiterleiten können – und tragen damit zu einem unterstützenden und stabilen Umfeld in Schule, Kita oder Verein.

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Das Fortbildungskonzept – klar, praxisnah, wirksam

Die Fortbildung folgt einer bewährten 1–2–3-Logik, die Wissen, Haltung und Handlung verbindet.

 

1. Mentale Gesundheit als Kontinuum

Nach der Fortbildung verstehen Sie mentale Gesundheit als Kontinuum:

Belastung – Beeinträchtigung – Krise

Dieses Modell:

  • fördert Entstigmatisierung
  • verhindert Schwarz-Weiß-Denken
  • klärt die schulische Rolle: pädagogische Erstorientierung statt Diagnostik oder Therapie

 

2. Triage-Ampel & ALGEE – ein einheitlicher Handlungsstandard

Nach der Fortbildung verfügen Sie über ein dreistufiges Bewertungssystem zur Einschätzung von Situationen. Ergänzend verfügen Sie über ein Handlungskonzept, um Schüler*innen kompetent und sicher ansprechen und gegebenenfalls weiterleiten zu können.

Herzstück der Fortbildung ist somit ein klarer, zeitsparender Handlungsstandard, der im Schulalltag sofort anwendbar ist:
ansprechen – stabilisieren – weiterleiten – nachfassen.

 

3. Psychoedukations-Baukasten I-III: Transfer in den Schulalltag

Im dritten Schritt arbeiten wir mit modularen Baukästen zu zentralen Themen der schulischen Praxis.

Jeder Baustein ist:

  • kurz und alltagsnah
  • entstigmatisierend
  • direkt mit Triage & ALGEE verknüpft

Psychoedukationsbaukasten I: Kernproblemlagen im Schulalltag

Inhalte

  • Angst & Panik (inkl. Prüfungs-/Sozialangst)
  • Depressive Symptome & Erschöpfung
  • Mobbing & Cybermobbing (Wirkmechanismen, Schutzfaktoren, erste Schritte)
  • Digitale Gesundheit (problematische Nutzung, Stress/Schlaf, soziale Dynamiken)

Fokus (was Teilnehmende danach können)

  • Warnzeichen einordnen: Was ist häufig/normvariabel – was ist behandlungsbedürftig?
  • Fallbezogen triagieren (Grün/Gelb/Rot) und passende nächste Schritte ableiten.
  • ALGEE-Satzstarter sicher anwenden (kurz, entlastend, nicht diagnostisch).
  • Weiterleitung im Schulkontext verbindlich vereinbaren (Warm Transfer, Follow-up).

Psychoedukationsbaukasten II: Krise & Risiko (sicher handeln)

Inhalte

  • Selbstverletzung & Suizidgedanken (Ansprache, Sicherheit, Schutzkette)
  • Substanzen & Suchtentwicklung (Alkohol, Cannabis, Nikotin/Vapes, Mischkonsum)
  • Körperbild & Essverhalten (Warnzeichen, Scham reduzieren, Weiterleitung)

Fokus (was Teilnehmende danach können)

  • Risikohinweise erkennen und konsequent in Rot/Gelb einordnen (Schutz vor Bagatellisierung).
  • Sicher fragen (direkt, ruhig, nicht wertend) und Hilfe aktivieren.
  • Krisen-Weiterleitung strukturiert durchführen (wer, wohin, wann) inkl. Dokumentation light.
  • Eigene Grenzen halten und kollegiale Unterstützung nutzen.

Psychoedukationsbaukasten III: Stress, Trauma & Regulation (Co-Regulation in der Praxis)

Inhalte

  • Trauma, Stress & Nervensystem (Hyper-/Hypoarousal, Window of Tolerance)
  • Co-Regulation „light“ und Deeskalation im schulischen Setting
  • Transfer: Stabilisieren – orientieren – weiterleiten (ALGEE-kompatibel)

Fokus (was Teilnehmende danach können)

  • Stressreaktionen erkennen (Hyper/Hypo) und passend reagieren.
  • Akuthilfen (Co-Regulation) fallbezogen auswählen und sicher anleiten (kurz, wirksam, unaufdringlich).
  • Deeskalation im Unterricht/Flur: Setting sichern, Tempo rausnehmen, Orientierung herstellen.
  • Nachsorge: kurze Vereinbarungen, Follow-up, Selbstschutz der Lehrkraft

 

Zusatzmodule

 

Zusatzmodul A: Implementierung, Qualitätssicherung & Verstetigung

Zielgruppe: Leitungsebene

Standardisierung = Entlastung – Prozesse sichern statt Einzelfälle tragen

Dieses Zusatzmodul bündelt die Themen Implementierung im Kollegium sowie Qualitätssicherung und Verstetigung zu einem kompakten 3‑Stunden-Format für Leitung und Steuerung. Ziel ist ein schulweiter, datensparsamer Prozessstandard (Triage + ALGEE) mit klaren Zuständigkeiten, Mini-Routinen und schlanker Wirksamkeitsprüfung – damit Lehrkräfte entlastet und Unterstützungsketten verlässlich aktiviert werden.

Zusatzmodul B: Peer-to-Peer –  Hilfeholen – mit klaren Grenzen und sicherer Anbindung

Zielgruppe Schüler*innen

Dieses Zusatzmodul qualifiziert Schüler*innen als Peer-Scouts, die niedrigschwellig unterstützen: Erkennen, Ermutigen und Begleiten – ohne Beraten, Diagnostizieren oder „Probleme lösen“. Zentral sind klare Guardrails (Grenzen, Weiterleitung bei Gefährdung) sowie die feste Anbindung an das schulische Unterstützungs- und Schutzkonzept.

 

Mögliche Formate

  • ganzer Fortbildungstag
  • Kurzmodule à 3 Stunden

 

Ressourcenbedarf

  • geringer Sachmittelbedarf
  • gut integrierbar in schulische Fortbildungsstrukturen

Es handelt sich Grundsätzlich um eine Präsenzveranstaltung.

 

Klare Abgrenzung & Sicherheit

Diese Fortbildung ist keine Therapie- oder Diagnostikqualifikation. Sie stärkt die pädagogische Erstorientierung, verbessert Übergaben und erhöht die Sicherheit im Umgang mit belastenden Situationen.

Bei akuten Gefährdungen greifen weiterhin die bestehenden Schutz- und Meldewege – die Fortbildung hilft, diese schneller, sicherer und verantwortungsvoll zu aktivieren.

Sie möchten Ihre Schule oder Ihr Kollegium nachhaltig stärken?
Gerne beraten wir Sie zu passendem Format, Umfang und Umsetzung an Ihrer Schule.

Ihre Vorteile mit Campus Berlin – Erfahrung, Qualität und Praxisnähe

Campus Berufsbildung e. V. verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung. Als Träger eines privaten Oberstufenzentrums sind wir mit den Belastungen von Schüler*innen auch in unserem täglichen Schulalltag vertraut. Unsere Dozent*inne bringen durch ihre Tätigkeit als Schulsozialarbeiterinnen langjährige Erfahrung im Umgang mit Schüler*innen in Krisensituationen mit.

Unsere Angebote sind konsequent praxisnah ausgerichtet: Dozent*innen mit fundiertem Fachwissen in psychischer Gesundheit und langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung sorgen dafür, dass Inhalte verständlich, anwendungsorientiert und direkt auf die Realität in Bildungseinrichtungen und Betrieben übertragbar sind. Dabei berücksichtigen wir die besonderen Anforderungen und integrieren Beispiele, Übungen und Fallarbeit, die sich an den konkreten Herausforderungen der Teilnehmenden orientieren.

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