Fortbildung zur Prävention, Früherkennung und Weitervermittlung von Schüler*innen in psychischen Belastungssituationen
Richtig einschätzen – Sicher begleiten – Verlässlich weiterleiten
Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu – und Pädagog*innen sind im Schulalltag häufig die erste Anlaufstelle. Diese Fortbildung stärkt Ihre Handlungssicherheit im Umgang mit belasteten Schüler*innen und schafft eine gemeinsame Sprache für Einschätzung, Begleitung und Weiterleitung – ohne Diagnostik- oder Therapieauftrag und ohne dass Teilnehmende eine neue Funktion oder Sonderrolle übernehmen.
Warum diese Fortbildung?
In Berliner Schulen verdichten sich psychosoziale Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Daten zeigen ein konsistentes Bild:
- COPSY-Studie (UKE Hamburg, Ravens-Sieberer/Kaman, aktuelle Ergebnisse 2025): Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich nach der Pandemie zwar stabilisiert, das Vor-Corona-Niveau ist jedoch weiterhin nicht erreicht.
- DAK-Jugendreport 2025: hoher Medienkonsum (Wochentage rund 157 Min., Wochenende rund 227 Min. Social Media täglich) und damit verbundene psychosoziale Belastungen.
- Deutsches Schulbarometer (Robert Bosch Stiftung, 2026): Lehrkräfte berichten weiterhin verbreitet psychosoziale Auffälligkeiten in ihren Klassen und benennen Qualifizierungs- und Unterstützungsbedarf im Umgang mit belasteten Schüler*innen.
Parallel dazu sind Lehrkräfte selbst strukturell hoch belastet. Eine Fortbildung in diesem Feld muss daher zwei Anforderungen zugleich erfüllen: fachlich tragfähig und alltagstauglich sein, ohne zusätzliche Belastung zu erzeugen.
Zielsetzung
Die Fortbildung stärkt die pädagogische Handlungssicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Schüler*innen. Sie vermittelt eine klare, im Schulalltag anwendbare Orientierung für Einschätzung, Gespräch und Weiterleitung – konsequent eingebettet in bestehende schulische Schutz- und Unterstützungsstrukturen.
Für wen diese Fortbildung besonders geeignet ist
Die Fortbildung richtet sich an alle Pädagog*innen, die im Schulalltag mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – unabhängig von Funktion oder Vorerfahrung:
- Lehrkräfte aller Schulformen
- Pädagogisches Personal an Berliner Schulen
- Ganze Kollegien, schulische Teams oder einzelne Interessierte
Hinweis zur Funktion: Die Teilnahme begründet keine neue Rolle, kein neues Amt und keine besondere Zuständigkeit innerhalb der Schule. Die Fortbildung stärkt die alltägliche pädagogische Grundkompetenz aller Pädagog*innen.

Der Mehrwert dieser Fortbildung
Diese Fortbildung ist eine eigenständige pädagogische Qualifizierung für den Schulkontext. Ihr Mehrwert liegt in sechs Punkten:
• Pädagogische Erstorientierung im Beziehungsalltag – Lehrkräfte handeln nicht punktuell bei einem Vorfall, sondern fortlaufend in einer Beziehung zu Schüler*innen. Die Fortbildung qualifiziert genau für diesen Alltag – nicht für Einzelinterventionen.
• Co-Regulation als trainierbare Grundkompetenz – Auf neurobiologischer Grundlage (Polyvagal-Theorie nach Stephen Porges) wird Co-Regulation als konkret übbares Handwerkszeug vermittelt – beziehungsorientiert, alltagstauglich und im pädagogischen Feld bisher selten systematisch zugänglich.
• Flexibilität statt fester Sequenz – Die 3 Schritte der sicheren Begegnung sind eine Orientierung, keine abzuarbeitende Liste. Pädagog*innen entscheiden situativ, was passt – angemessen für einen Schulalltag, in dem selten ein abgeschlossenes Gespräch möglich ist.
• Eingebettet, nicht zusätzlich – Die Fortbildung schafft kein neues System neben Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Krisenteams, sondern qualifiziert für den Erstkontakt innerhalb der bestehenden Strukturen. Das senkt die Schwelle für Schüler*innen und entlastet die Spezialdienste.
• Kollegiumsfähig und einzelfähig – Funktioniert als gemeinsame Sprache eines ganzen Kollegiums ebenso wie als Qualifizierung einzelner Interessierter – ohne dass eine Person zur Funktion oder Sonderrolle wird.
• Entstigmatisierende Grundhaltung – Das Kontinuumsmodell (Belastung – Beeinträchtigung – Krise) ersetzt das Schwarz-Weiß-Denken „krank/nicht krank“. Das verändert nachhaltig, wie Lehrkräfte Schüler*innen wahrnehmen – über die Fortbildung hinaus.
• Psychoedukation für den Schulalltag – grundlegendes Wissen zu psychischen Belastungen, Krisen und häufigen Erkrankungsbildern im Jugendalter
Das Fortbildungskonzept – klar, praxisnah, wirksam
Die Fortbildung verbindet ein gemeinsames Basismodul mit einem flexiblen Psychoedukationsbaukasten. Das Basismodul legt das Fundament: Einschätzen, Begleiten, Weiterleiten. Der Baukasten vertieft spezifische psychische Belastungsbilder – kontextspezifisch und bedarfsorientiert.
Das Basismodul – das gemeinsame Fundament
Alle Teilnehmenden durchlaufen das Basismodul – das gemeinsame Fundament der Fortbildung. Es schafft ein geteiltes Verständnis psychischer Belastungen im Schulalltag; vermittelt die Haltung, die sichere Begegnung erst möglich macht; und gibt eine klare Struktur für das, was folgt: richtig einschätzen, sicher begleiten, verlässlich weiterleiten.
1. Mentale Gesundheit als Kontinuum
Mentale Gesundheit verstehen wir als Kontinuum: Belastung – Beeinträchtigung – Krise. Dieses Modell entstigmatisiert, verhindert Schwarz-Weiß-Denken und klärt die schulische Rolle: pädagogische Erstorientierung statt Diagnostik oder Therapie.
Das Belastungs-Kontinuum in der Praxis – die drei Zonen
Die drei Zonen orientieren über Dringlichkeit und nächste Schritte – sie ersetzen keine Diagnose:
- GRÜN – Belastungszone
ansprechbar, alltagsfähig, kein akutes Risiko.
→ pädagogisch begleiten, Follow-up vereinbaren.
- GELB – Beeinträchtigungszone
deutliche Überforderung, Eskalationsdynamik.
→ sicher begleiten, gezielt weiterleiten.
- ROT – Krisenzone
Hinweise auf Selbst-/Fremdgefährdung, Kindeswohlgefährdung, medizinische Notfälle.
→ Schutz- und Notfallwege sofort aktivieren.
2. Die 3 Schritte der sicheren Begegnung
Psychische Belastung erkennt man – aber was dann? Die 3 Schritte der sicheren Begegnung übersetzen pädagogische Haltung in konkretes Handeln: ein Rahmen, der Sicherheit gibt – für die Begleitperson und für die betroffenen Schüler*innen.
- Richtig einschätzen – Beobachten, im Belastungs-Kontinuum verorten, eigene Verfügbarkeit prüfen
- Sicher begleiten – das eigentliche Gespräch in drei Phasen: Begegnen (Setting, Kontakt), Zuhören (aktiv, nicht-wertend), Stützen (validieren, Ressourcen aktivieren).
- Verlässlich weiterleiten – strukturierte Übergabe an passende Stellen, Follow-up sichern.
3. Co-Regulation als beziehungsorientierte Grundhaltung
Wer das Belastungs-Kontinuum einschätzen und die 3 Schritte anwenden will, braucht eines zuerst: ein reguliertes eigenes Nervensystem. Modul 3 erklärt, warum das so ist – und übt fünf praxisnahe Werkzeuge zur Selbst- und Co-Regulation ein, die alle drei Schritte tragen.

Der Psychoedukations-Baukasten (je 3 Std.) – Themen nach Bedarf
Auf dem Basismodul aufbauend wählen Sie aus modularen Themen-Bausteinen. Jeder Baustein ist kurz, alltagsnah und direkt mit dem Belastungs-Kontinuum und den 3 Schritten verknüpft – einzeln buchbar oder im Paket.
A) Kernproblemlagen Angst und Panik · Depressive Symptomatik und Erschöpfung · Mobbing und Cybermobbing · Digitale Gesundheit und Mediennutzung
B) Krise und Risiko Selbstverletzung und Suizidgedanken · Substanzen und Suchtentwicklung · Körperbild und Essverhalten
C) Trauma, Stress und Akuthilfe Trauma und Stress im Schulalltag · Anpassungsstörung · Co-Regulation als Werkzeug (Exkurs)
Sicherheit und Grenzen
Bei akuten Gefährdungen greifen weiterhin die bestehenden Schutz- und Meldewege. Die Fortbildung unterstützt Pädagog:innen darin, diese Wege schneller, sicherer und verantwortungsvoller zu nutzen – sie ist kein Ersatz für Krisenteams, Schulpsychologie oder fachspezifische Hilfe.
Mögliche Formate
- Komplett 2 Fortbildungstage
- Kurzmodule einzeln buchbar à 3 Stunden
Ressourcenbedarf: Geringer Sachmittelbedarf, gut integrierbar in schulische Fortbildungsstrukturen.
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Gerne beraten wir Sie zu passendem Format, Umfang und Umsetzung an Ihrer Schule.
Erfahrung, Qualität und Praxisnähe
Campus Berufsbildung e. V. verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung. Als Träger eines privaten Oberstufenzentrums sind wir mit den Belastungen von Schüler*innen aus unserem täglichen Schulalltag vertraut. Unsere Dozent*innen bringen durch ihre Tätigkeit als Schulsozialarbeiter*innen langjährige Erfahrung im Umgang mit Schüler*innen in Krisensituationen mit.
Unsere Angebote sind konsequent praxisnah ausgerichtet: Dozent*innen mit fundiertem Fachwissen in psychischer Gesundheit und langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung sorgen dafür, dass Inhalte verständlich, anwendungsorientiert und direkt auf die Realität in Bildungseinrichtungen übertragbar sind. Beispiele, Übungen und Fallarbeit orientieren sich an den konkreten Herausforderungen der Teilnehmenden.
Quellen
- COPSY-Studie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Forschungsgruppe Child Public Health, Prof. Dr. U. Ravens-Sieberer / Dr. A. Kaman: aktuelle Ergebnisse 2025 zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
- DAK-Gesundheit (2025), DAK Kinder- und Jugendreport: Angststörungen
- DAK-Gesundheit (2026), DAK Mediensucht-Studie
- Robert Bosch Stiftung (2026): Deutsches Schulbarometer.

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Erfahrung, Qualität und Praxisnähe
Campus Berufsbildung e. V. verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung. Als Träger eines privaten Oberstufenzentrums sind wir mit den Belastungen von Schüler*innen auch in unserem täglichen Schulalltag vertraut. Unsere Dozent*inne bringen durch ihre Tätigkeit als Schulsozialarbeiterinnen langjährige Erfahrung im Umgang mit Schüler*innen in Krisensituationen mit.
Unsere Angebote sind konsequent praxisnah ausgerichtet: Dozent*innen mit fundiertem Fachwissen in psychischer Gesundheit und langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung sorgen dafür, dass Inhalte verständlich, anwendungsorientiert und direkt auf die Realität in Bildungseinrichtungen und Betrieben übertragbar sind. Dabei berücksichtigen wir die besonderen Anforderungen und integrieren Beispiele, Übungen und Fallarbeit, die sich an den konkreten Herausforderungen der Teilnehmenden orientieren.
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